Dorfgedanken
Oma Sanne lädt ein

Oma Sanne aus Torfbostel, lädt Sie zu einem ganz besonderen Abend ein. Dorfgedanken ist eine monatliche Veranstaltungsreihe. Jeder Abend ist einzigartig, jeder Abend hat ein besonderes Thema.
Zu jedem Thema lädt Oma Sanne auch zwei spezielle Gäste ein, Menschen aus Kultur und Gesellschaft, die auf eine besondere Art mit dem jeweiligen Thema beschäftigt sind.
Wir freuen uns auch über Vorschläge von Ihnen: Was bewegt Sie? Worüber wollen Sie mit uns gemeinsam nachdenken? Worüber wollen Sie sich mit uns austauschen? Themen aus Alltag und Politik, Bildung, Familie und Gesellschaft – vieles ist möglich.
Mit Dorfgedanken wollen wir unser Theater öffnen, es für einen Abend zum Zuhause vieler machen. Zu einem Raum für den Austausch von Geschichten, Erinnerungen, Träumen und Visionen. „Dorfgedanken“ ist ein Abenteuer, eine theatralische Begegnung, ist das, was wir gemeinsam daraus machen. Und Oma Sanne lädt dazu ein, das heißt, der Abend ist kostenlos.

Leitung: Andrea Hingst

Termine:

Samstag, 19. November 2016, Gastfreundschaft
Samstag, 10. Dezember 2016, Erinnerung
Samstag, 21. Januar 2017, Demokratie
Samstag, 11. März 2017, Kommunikation
Samstag, 22. April 2017, Wald
Samstag, 09. September 2017, Geheimnisse
, Museumsdorf Hösseringen
Freitag, 22. Dezember 2017, Schenken
19.30 Uhr im Jahrmarkttheater Bostelwiebeck

Anmeldungen bitte unter dorfgedanken@jahrmarkttheater.de

In Kooperation mit: Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen. www.slu-boell.de

gefördert von:
          


Dorfgedanken 9. September 2017
Geheimnisse

Foto: Bert Brüggemann

Das Theater schwirrt aus. Oma Sanne lenkt den vollgepackten Bus und landet im Museumsdorf Hösseringen. Mit seinen originalen Gebäuden aus der Heideregion um 1600 bis 1950 ein passender Ort, um sich der Welt der Geheimnisse zu widmen.
Wo Geheimnisse sind, ist auch das Risiko. Die Runde der sich Dorfgedanken Machenden blickt dem wagemutig entgegen. Und enthüllt, was es zu enthüllen gibt.
Wirklich? Naja, unter Vorbehalt: Oma Sanne hat einige Geheimnisse längst vergessen. Was nun wirklich stimmt, weiß niemand und wird kreative Interpretation.
Expertin dafür ist Corinna Gerhards, Autorin und Schreibtrainerin, die voller eigener Begeisterung die Gäste motiviert den mitgebrachten Gegenständen ihr Geheimnis zu entlocken. So machen sich die Bleistift-Detektive unter Gastfreundschaft von Historiker Dr. Ulrich Brohm im Köthener Haus auf die Spur der Geheimnisse hinter der Dose mit den Milchzähnen, der Kartoffeltüte aus Kanada oder dem omninösen, Hösseringschen Füllhorn. Am Ende des Abends lässt sich schwer sagen, ob die Historiker oder Schriftsteller der Wahrheit näher kommen:
Auch Schriftsteller müssen gut recherchieren und Historiker kreativ sein.

Dorfgedanken 22. April 2017
Wald

Fotos: Bert Brüggemann

Das Theater ist Treffpunkt. Nach der Garderobe sucht heute niemand. Schuhe und Jacken sind dem Aprilwetter entsprechend und wollen nützlich sein. Oma Sannes Credo „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“ lässt sie in altbekanntem Kittel direkt in einen Schauer aufbrechen. Kein Problem. Alle anderen haben noch Zeit sich nach ihrer Wandergruppe umzuschauen, erhalten einen Wanderrucksack und eine Gebrauchsanweisung für den Wald. Die braucht es nicht zwingend, die Stimmung den Wald erforschen zu wollen, ist bereits auf der Dorfstraße allen ins Gesicht geschrieben. Das Saxofon von Maurice Schneider begleitet. Die Dorfstraße wird im Gänsemarsch passiert. Der Wald öffnet seine Tore. Oma Sannes Kittelschürze ist an einer Kreuzung fern zu erkennen, Regenwolken auch, ebenso die blauen Jahrmarkttheater-Hocker. Oma Sanne lässt die Märchenfantasie in uns wach werden, das Bühnenbild wird lebendiger als erwartet. Im Tannengrün rücken alle zusammen. Gut, dass es in der Lüneburger Heide diese schutzgebenden Riesen gibt. Das war nicht immer so, aber jetzt stehen wir mittendrin, laufen querfeldein und versinken hier und da auch ein bisschen. Im Wissen vom Förster Rainer Boldhaus oder in Gesprächen mit anderen Dorfgedanklern, klar, auch im Matsch. Das Theater ist Treffpunkt. Diesmal wird die Jacke ausgezogen, schließlich wärmt die Brennessel-Giersch-Suppe und so schnell will keiner mehr raus. Gäste: Rainer Boldhaus, Förster und Mitarbeiter im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Maurice Schneider, Musiker/Schauspieler und Naturliebhaber.

Dorfgedanken 11. März 2017
Kommunikation

Fotos: Anja Imig

Im Theater stehen Schulbänke und Stühle, die sofort zum Kippeln einladen. Noch dazu bestechendes Tafelgrün und Kreidestaub. Und doch ein Ort zum Wohlfühlen, denn Oma Sanne eröffnet ihre Abendschule höchst persönlich, wobei sie strenger schulbehördlicher Beobachtung unterliegt:
"Besagte Oma also hat sich trotz fortgeschrittenen Alters die Neugier bewahrt, sich einen Bauch mit unverdautem Wissen angefuttert und lädt zum Abspecken alle Monate wieder Freund und Feind zum Philosophieren, Räsonieren und Debattieren in ihre gute Abendschulstube. Mal geht es um das Erinnern, mal um Demokratie und an diesem, von mir verordnungshalber beobachteten Abend ums Kommunizieren. Kommunizieren, das machen wir ja alle. Es ist ein weites Feld, davon hat man hier draußen viele, (…).“
Neben Feldern gibt es Horizonte. Wir konnten sie mit dem Blick eines Designers erweitern. Kommunikation ist also nicht nur blablabla, sondern ziemlich bildreich. In Gruppenarbeit wurden dann weitere Wege in der Welt der Kommunikation beschritten. Unter anderem auch ganz ohne Worte in einer intensiven Schweigerunde. Ein Pausengong hatte auch was zu sagen und am Schulkiosk gab es vielfältige Energie.
Gäste: Jens Imig, Designer aus Berlin und Hans-Martin Koch in Funktion der Schulbehörde, Kultur-Journalist aus Lüneburg

Dorfgedanken 21. 01. 2017
Demokratie

Foto: Anja Imig

Das Theater wird zum Parlament. Die Amtszimmer der Parteien sind dichte bei und dennoch sind Verhandlungen müßig. Die Uhr ist überdimensional präsent. Geldfragen auch.
Es geht um den Bau einer Umgehungsstraße. Plötzlich kommt ein Pizzaservice. Nur die Wirtschaftspartei scheint zu wissen, wieso. Pause für Alle.
Oma Sanne lädt zur Bostelkratie-Show, bei der die Parteien ihre Programme in Vertretung wilder Improkunst präsentieren. Am Ende stimmen alle ab. Die Pizza ist aufegessen, es liegen Lösungen in der Luft.
Und ein Versprechen zwischen den Generationen: Oma Sannes bisher jüngster Gast rührt mit ihrem Engagement für ein solidarisches Miteinander.
Gäste: Rachel Mischke und Michel Büch, Improtheaterkünstler*in aus Hamburg und Lena Bickel, Schülersprecherin und Zweite beim Bundeswettbewerb „jugend debattiert“ aus Adendorf

Dorfgedanken, 10.12. 2016
Erinnerung

Foto: Bert Brüggemann

Das Theater wird zur Backstube - Oma Sanne liest aus Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ -  Gespräche über Erinnerung ohne einen Hauch Nostalgie - sehr persönliche Erinnerungsbilder - gemeinsame Feldenkraisübung - magische Glückskekse - kollektive Erinnerungen.
Gäste: Katharina Peschel, Feldenkraistherapeutin aus Groß Thondorf und Bert Brüggemann, Fotograf aus Hamburg.

Dorfgedanken, 19.11.2016
Gastfreundschaft

Foto: Markus Kieppe

Das Jahrmarkttheater öffnet sein Haus. Viele Gespräche über Gastlichkeit und Fremdsein. Was bedeutet Gastfreundschaft für eine Gastwirtin? Was für uns im Alltag? Was im politischen Kontext? 7 Zimmer voller Überraschungen: japanisches Bad - Draculas dunkler Schlafplatz - das Matratzenlager - das Museum der Gastgeschenke - Oma Sannes geheimes Likörversteck - wie wohnen die Schauspieler? - und Musik aus aller Welt am Kamin bis nach Mitternacht
Gäste: Imke Roth, Gasthof zur Linde in Secklendorf und Tornado Rosenberg und Christian Bukovic, Musiker aus Hamburg.